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Malouma:
"Nour"
Neue Singer/Songwriter-Stimme aus Mauretanien
Ab und zu erreichte uns ja in letzter Zeit schon mal die eine oder andere
bluesige Nomaden-Stimme aus Afrika. Jetzt gibt es eine neue zu entdecken:
Malouma. Ihr Heimatland ist zwar fast dreimal so groß wie Deutschland,
aber nahezu menschenleer. Gerade mal 2,6 Einwohner pro km² zählt
die muslimische Republik Mauretanien im Nordwesten des afrikanischen Kontinents
da relativiert sich manch norddeutsche Vorstellung von Weite. Unter
dem Titel "Nour" veröffentlichte Malouma vor kurzem ihre
dritte CD, diesmal auch in Deutschland.
Aus dem Schoß einer alten Musikerdynastie
Als Kind der 60er Jahre wuchs Malouma am Rande der Sahara auf, im Schoß
einer Musikerdynastie, jener sogenannten Griots, die seit Jahrhunderten
als umherziehende Liedermacher Geschichten erzählen und poetisch
die Welt kommentieren. Auch
Malouma beginnt früh zu singen. Zunächst begleitet sie ihre
Eltern, erhält Unterweisung im traditionellen Harfenspiel und begeistert
sich für die Liedkultur ihrer Nachbarländer. Mit 12 Jahren -
in einem Alter, da andere mauretanische Mädchen bereits verheiratet
werden steht sie erstmals solo auf der Bühne und mit 15 fängt
sie an, ihre eigenen Songs zu schreiben.
Rebellion und Auftrittsverbot
Aber es wird nicht lange dauern, da macht sich die Sängerin mit dem
Kopftuch unbeliebt - zumindest bei der Obrigkeit, da ihre Lieder allzu
offen Stellung beziehen: Denn die rebellische Stimme spricht sich gegen
Zwangsheirat und für Alphabetisierung aus, sie macht auf Aids aufmerksam
und fordert die Gleichberechtigung der Frau. Das führt in Maloumas
muslimischem Heimatstaat zu einem zehnjährigen Auftrittsverbot, bis
das autoritäre Regime 2005 abgesetzt wird. Jetzt ist ihre neue Platte
erschienen und einmal mehr begeistert Malouma durch rauen, kehligen Wüstenblues.
Aufruf zu mehr Toleranz
Dabei beweist das unter dem arabischen Titel "Nour" - also "Licht"
- erschienene Album eine deutliche Hinwendung zu religiösen Lied-Inhalten,
die uns auch eine andere Sicht auf den Islam ermöglichen. Schließlich
will "Maloumas Licht" den Weg der Menschheit zu mehr gegenseitiger
Toleranz erleuchten. Und wenn sie sich in die Spuren des Propheten Mohammed
begibt, dann auf der Suche nach Glück, Gerechtigkeit und Frieden...
Aber sie lässt uns auch kraftvoll teilhaben an dem, was schon immer
die Dichtkunst bewegte: das Leiden aufgrund einer unerwiderten Liebe.
[Autor: Andreas Kisters]
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